Weitsicht

„You get over stimulated in Wall Street and you hear lots of things and you may shorten your focus and a short focus is not conducive to long profits.“

Warren Buffet (auf die Frage warum er sich von der Wall Street fernhält)​

Microsoft Mitgründer Bill Gates sagte einmal, dass die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können und unterschätzen, was sie in 10 Jahren erreichen können. Diese Einschätzung lässt sich wunderbar auf die Aktienmarktentwicklung übertragen. Grundsätzlich tendieren wir Menschen ohnehin dazu, Aktuelles und Unmittelbares stärker zu gewichten. Hinzu kommt im Fall des Vermögensaufbaus noch der Zinseszins-Effekt, der chronisch unterschätzt wird. Wir Menschen können lediglich linear Denken und nicht exponentiell und unterschätzen deshalb, wie entscheidend der Faktor Zeit für den Vermögensaufbau ist. So investierte Warren Buffett bereits als Kind in die ersten Aktien und dennoch verdiente er 99% seines heutigen Vermögens erst nach seinem 50sten Geburtstag – Zinseszins sei Dank. Für ein besseres Bewusstsein lässt sich die Kraft des Zinseszinses anhand von Rechenbeispielen verdeutlichen – die Ergebnisse sind erstaunlich.

Quelle: Eigene Berechnungen

Die mittlere Spalte der Tabelle zeigt, dass sich 10.000€ bei einer durchschnittlichen Verzinsung in Höhe von 7% innerhalb von 40 Jahren zu 149.745€ entwickeln. Bei einer Rendite von 9% mehr als verdoppelt sich dieser Betrag nochmal auf 314.094€. Im letzteren Fall stellen die anfangs investierten 10.000€ lediglich 3% des Endvermögens dar – 97% werden durch Zinsen und Zinseszinsen generiert. Als Daumenregel bietet sich die Methode „Rule of 72“ an. Sie ist eine grobe Annäherung für die benötigte Zeit (in Jahren) bis sich ein Investment bei einer bestimmten Rendite verdoppelt. Dabei wird die Zahl 72 durch die durchschnittliche jährliche Rendite geteilt, die man für das Investment erwartet. Rechnen wir also mal mit einer jährlichen Rendite von 7%, dann dauert es grob 10 Jahre (72 ./. 7) bis sich das eingesetzte Kapital verdoppelt. Das wären bei 40 Jahren vier Verdopplungszeiträume, also 2^4 (16). Entsprechend würde sich die Anfangsinvestition versechzehnfachen, in diesem Fall also von 10.000€ auf grob 160.000€ entwickeln. Das deckt sich grob mit dem genauen Wert aus der Tabelle.

Leider lassen viele ihr Geld noch immer auf dem Konto liegen und verpassen somit nicht nur die Chance Vermögen aufzubauen, sondern vernichten in Anbetracht negativer Realzinsen dabei sogar Wert. Vor diesem Hintergrund ist es ratsam möglichst rechtzeitig mit dem Investieren anzufangen und – mindestens genauso wichtig – langfristig zu denken, um das Ziel in der fernen Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren.